Aufbruch

Lesedauer: 2 Minutes

Sommer 2018 – Hitzewelle. Umzug von Hamburg nach Berlin.

Tafel und Kreide

Vorgestellt wurde mir meine neue Arbeitsstätte als „Tafel- und Kreide-Schule“ und das mit einem gewissen Stolz.
Vielleicht auch ein wenig als Gegengewicht zu dem was in meiner Bewerbung zu lesen war: 13 Jahre an meiner vorherigen Schule, davon allein sieben Jahr innerhalb eines 1:1-Projekts „digital und vernetzt lernen“.
Ich war es gewohnt, dass jede(r) meiner S*S ein iPad hat, die Zusammenarbeit über die Google Suite Education läuft. Kopien oder Kreide waren mir eine Weile schon nicht mehr untergekommen.
Neben meiner Fächerkombination waren diese Erfahrungen vermutlich mit entscheidend für meine Einstellung und so bekam ich auch gleich IT-Funktionsstunden zugewiesen.

Bestandsaufnahme

  • Klassen- und Fachräume mit Beamern und Dokumentenkameras ausgestattet
  • WLAN flächendeckend vorhanden (ganz neu!)
  • 16 Android Tablets zur Ausleihe, administriert über relution
  • sieben Windows 7-PCs als L*L-Arbeitsplätze
  • Zwei Computerräume mit insgesamt 32 Windows-7 PCs
  • Ein Linux-Server für die Domain-Anmeldung
  • ITG-Unterricht in Klasse 7, davor und danach kein Informatikunterricht

Kleiner IT-Schock.
Die ersten Stunden ITG-Unterricht in den Computerräumen kamen mir vor wie der Besuch in einem Technikmuseum. Nur dass dort die Ausstellungsstücke vermutlich in einem besseren Gesamtzustand sind.

Offene Ohren

Der Schulleiter bat mich nach den ersten Wochen zu einem Meinungsaustausch, um über meine Eindrücke zu sprechen sowie mir seine Vorstellungen über die „Digitalisierung“ der Schule vorzustellen.
Das klang nun in manchen Teilen nicht mehr nach „Kreide- und Tafel-Schule“, sondern spiegelte den Wunsch, mit einem Konzept die Ausstattung der Schule zu verbessern und damit das Angebot für die S*S im Bereich der Informatik und der zeitgemäßen Bildung aufzubauen.

Konzept

Ein Konzept sollte her. Ein bisschen Konzept. Eher Not-OP-Konzept, da gerade Mittel zur Verfügung standen.

Dringendes zuerst.
Weg von den Computerräumen.
Weg von Domainanmeldungen, die die ersten zehn-fünfzehn Minuten des Unterrichts in Anspruch nahmen und selbst dann nicht zuverlässig liefen.

Wünsche.
Die Möglichkeit überall in der Schule digital zu arbeiten.
Kollaborativ zu arbeiten.
Einfache Administration des Gesamtsystems.

Lösungsideen.
Einführung der Google Suite Education (GSE).
Nutzung von Chromebooks.

Die GSE kannte ich bereits aus Hamburg. Chromebooks sind seit Jahren meine privaten Arbeitsrechner. Für mich (und viel Schulen weltweit) eine überzeugende Kombination im Bildungsbereich (technisches, datenschutzrechtliches, administratives folgt in späteren Sonderausgaben).

Zwitschern bis zum Pilotprojekt

Seit einigen Jahren bin ich bei Twitter angemeldet, wobei sich meine Aktivität, mit dem Wunsch nach Vernetzung in der neuen Heimat, deutlich verstärkt hat.
Auf diesem Weg entstand der Kontakt zu vielen tollen K*K innerhalb des #twitterlehrerzimmers, aber auch zu Martin Rist von HP, einem der wenigen Anbieter von Chromebooks in Deutschland.
Die Idee für meine Schule ein Pilotprojekt aufzusetzen entstand. Als weitere Partner konnten Google Deutschland und Cloudwürdig gewonnen werden.

Pilotprojekt

Die Organisation des Projekts lief alles in allem erstaunlich reibungslos.
Nun ist die Schule mit 35 HP Chromebooks 11 x360 G1, einer funktionierende Google Suite Education, zwei Transportkoffern sowie Trainings versorgt.

Aufbruch

Geschafft.

Reise

Technik ist kein Selbstzweck. Unterricht soll in vielen Aspekten verändert und erweitert werden.
Jetzt geht die Reise erst los! Es folgen in Zukunft also Reiseberichte und ein paar Sonderausgaben (technisches, datenschutzrechtliches, administratives).

Bitte geben Sie Ihr Ziel ein!

Lesedauer: 1 Minute

Nun geht es also los…

Wohin soll es gehen?
Irgendwie finde ich mich mitten in der Schule, mitten in digitalen Neuerungen, mitten im Umbruch meiner eigenen Arbeitswahrnehmung wieder.

Mir wurde die Chance gegeben an einer neuen Schule vieles zu verwirklichen, das vorher so nicht möglich war. Von Optionen, Partnerschaften und Fallstricken werde ich unter dem Schlagwort Aufbruch für all jene berichten, die vielleicht auch gerade den Weg der „Digitalisierung“ an ihrer Schule gehen oder gehen wollen..

Dieser Aufbruch wäre ohne die vielen engagierten Menschen, die ich im #twitterlehrerzimmer und mittlerweile vielfach auch real kennen lernen durfte, nicht möglich gewesen.
Sie, ihr Mut und ihre Ideen tragen mich auch weiterhin, diese Kraft führte mich zu einer Projektidee, die ich mit Kollaboration verschlagwortet habe.