Alles hat seine Farbe

Lesedauer: 2 Minutes

Kollaborations-Projekt

Wer wissen will, warum ich das Projekt mache, liest einfach weiter.
Wer wissen will, was ich im Projekt machen möchte, springt zur Überschrift „Das Projekt“.

Meine Farbe

Mein Weg führte aus dem Studium, über Arbeit an der Universität, über die freie Wirtschaft zur Erwachsenenbildung und schließlich in die Mühlen der Regelschulen.
Was mich, am Momentanziel angekommen, wunderte: Es ist vieles, wie zu meiner Schulzeit. Und nirgends auf meinem Weg dorthin wurde so gelehrt, gelernt und gearbeitet wie in der Schule.
Das fand und finde ich bemerkenswert.

Innerhalb meines Studiums der Meeresgeologie war ich wiederholt auf Forschungsschiffen unterwegs: 25 Seeleute und 25 Forscher*innen. Enger Raum, 24 Stunden Arbeit. Kommunikation und Kollaboration wurden nicht eingefordert, sie waren selbstverständlich und naturgegeben. Keine*r von uns hätte auch nur annähernd Ziele erreicht ohne diese Kompetenzen. Niemals zuvor und niemals danach habe ich so viel, so einfach, so nachhaltig gelernt. Und das unter für mich erschwerten Bedingungen, da die Teams international waren, vieles auf Englisch lief und mein Schulenglisch schnell am Limit ankam.
Und selbst als ich „der Neue“ war, wurde mit mir auf Augenhöhe gesprochen. So fand ich den Mut, Fragen zu stellen, Fehler zu machen, Erfahrungen zu sammeln.

Schule ist kein Schiff. Stimmt. Aber eine Reise. Im besten Fall auch eine Forschungsreise für alle Beteiligten.

Meine Kollaborationsfarbe ist tiefblau. Wie der Pazifik.

Das Projekt

Kommunikation, Kollaboration, Augenhöhe bilden den Rahmen und das Gerüst für das Projekt.


Geplant ist die Erstellung eines Kurses im Fach Mathematik mit den Inhalten des 7. Jahrgangs.

Die S*S können die Reihenfolge und die Geschwindigkeit des Lernens innerhalb des Kurses selbst bestimmen. Auch das Ablegen der verpflichtenden LernEntwicklungsKontrollen (LEK) erfolgt selbstständig.
Der Aufbau ist vollständig modular.
Jedes Thema soll nicht durch ein Modul repräsentiert werden, sondern durch mehrere – jedes mit seiner eigenen Farbe. Die S*S wählen die, zu ihrer persönlichen Farbe passenden Module aus.

Die Modulfarbe entsteht durch die Ersteller*innen. Das bedeutet, dass die Module nicht aus einer Hand stammen können, sondern eine Farbmischung aus vielen Ansätzen sein müssen.
Die Module für das Projekt sollen aber nicht (außer zufällig) von K*K erstellt werden, die an ein und der selben Schule arbeiten.
Hier kommt das #twitterlehrerzimmer ins Spiel: Dort liegt für mich der Farbtopf versteckt, von dort wünsche ich mir die K*K für dieses Projekt.

Die Erstellung des Kurses muss kollaborativ, kommunikativ und fast vollständig virtuell ablaufen.

Für das Bearbeiten des Kurses durch die S*S gilt die gleiche Idee: Durch Kommunikation und Kollaboration in verschiedenen Konstellationen sollen sie sich die Lerninhalte aneignen.

Ziel ist es darüber hinaus, dass die S*S den Kurs bei Bedarf im Austausch mit den Modulersteller*innen durchlaufen. Dabei sollen die S*S Rückmeldungen in Form von Fehlerberichten, Verbesserungswünschen und -vorschlägen geben können.
Diese Kollaboration lässt sie Inhalte nicht nur aus der Sicht des Lernenden, sondern auch der Lehrenden betrachten und bringt sie auf Augenhöhe mit ihnen.

Technik

Selbstverständlich soll das fertige Projekt allen Modulieren*innen und ihren S*S zur Verfügung stehen. Alle Inhalte müssen somit sogenannte open educational resources sein. Für die technische Umsetzung gibt es bereits erste Gedanken, aber alle auftretenden Hürden sollen ab Projektstart gemeinschaftlich überwunden werden.

An meiner aktuellen Schule stehen zur Bereitstellung und Bearbeitung die Google Suite Education sowie Chromebooks zur Verfügung.
Aber die Inhalte sollen in jedes System transformierbar sein.

Work in Progress

Das Projekt steht ganz am Anfang und findet hier seine erste Ausformulierung für die Öffentlichkeit.
Die Organisation und Anmeldung läuft über trello: https://trello.com/mathekursklasse7
Eine Vorstellung des Projekts wird auch auf der diesjährigen Edunautika stattfinden.

Ich freue mich über Rückmeldung, Diskussion und Mitarbeit!